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Spielend lernen mit dem PC
10.10.2007
 
Internet - Computer

Spielend lernen mit dem Computer
Nicht nur für die Nachhilfe in Englisch, Deutsch und Mathe gibt es viele Programme!

Wenn Kinder lieber vor dem PC sitzen wollen, anstatt Hausaufgaben zu machen, ist gute Überzeu- gungsarbeit gefragt. Vielleicht hilft es, wenn man dem Sprössling anbietet, die Aufgaben spielerisch zu lösen - am Rechner.

Von Maximilian von Demandowsky

Die Versuchung ist groß: Nicht nur die Freunde warten. Es wartet auch die Playstation, die Xbox, das neueste Actionspiel und nicht zu vergessen, das Wii-Abenteuer. Mathe-Hausaufgaben? Englisch-Vokabeln lernen? Deutsch-Diktat wieder- holen? Keine Chance. Doch die gute Nachricht für computerliebende Schüler und Kinder, die Internet und Super Mario oft besser kennen als Märchenfibel und Rechenschieber: Vom PC gibt es Unterstützung beim Lernen.

Softwarehersteller bieten eine Fülle von Hilfs- und Lernprogrammen an, um das erlernte Wissen auch nach dem Unterricht zu vertiefen oder um neue Wege im Umgang mit dem Stoff zu gehen. Einfache Wörterbücher und pfiffige Mathe-Tipps reichen da längst nicht mehr aus, um die Fantasie und den Wissensdurst der Kinder anzuregen. Gefragt sind vor allem intelligente und spielerische Lösungen, damit der Nachwuchs auch jenseits der Schulbank zum Denken und Lernen motiviert ist. Auf dem Markt sind zwei Arten von Lernsoftware zu finden: unterrichtsbegleitende Schulsoftware oder Lernpro- gramme für den Hausgebrauch. Lernsoftware gibt es für so gut wie jedes Schulfach - angepasst an Art der Schule, Klassenstufe und Bundesland. Allerdings ist Vorsicht angebracht, denn nicht jedes Programm ist auf dem neuesten Stand.

Thomas Feibel ist Jury-Vorsitzender des deutschen Kindersoftwarepreis Tommi, der jährlich auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird, und beschäftigt sich intensiv mit Computerspielen und Lernsoftware für Kinder und Jugendliche. Sein Fazit: ¸¸Viele Hersteller konzentrieren sich auf die Alters- gruppe der Sechs- bis Zehnjährigen, weil das noch eine relativ homogene Gruppe ist". Zwar bestünde noch eine einigermaßen große Nachfrage nach Mathematik- und Englisch-Programmen für die Primärstufe, allerdings ¸¸sind die meisten Angebote für die Grundschule angelegt, danach kommt nicht viel Neues und wenn, dann sind das ältere Titel mit neuer Verpackung".

Spielen und Lernen beginnt bekanntlich aber nicht erst mit der ersten Klasse, sondern schon viel früher. Nicht immer geht es da schon um Rechen- aufgaben oder das Pauken von Vokabeln: ¸¸Garten, Zwerge & Co." heißt eine Gartensimulation des Herstellers Terzio. Der Hase Kasimir sorgt dort für Kinderspaß - und ganz nebenbei gibt es jede Menge Informationen rund um den heimischen Garten. Kasimir zeigt, wie man Obstbäume pflegt, ein Beet anlegt und Unkraut jätet. Ebenso spielerisch geht es bei ¸¸Emil und Pauline" zu, dem Lernspiel für Erstklässler aus dem Hause USM. Zusammen mit Eisbär Emil und Pinguindame Pauline erkundet der Spieler eine Ritterburg und löst dabei verschiedene Aufgaben. Mal ist Rechnen angesagt, dann wieder ein Kreuz- worträtsel. Erst wenn das Passwort für das Buchstabenschloss gefunden ist, darf auch die Kutsche mit dem Burgfräulein ausfahren. Nelly, die Piratentochter, ist aus der Reihe ¸¸Duden-Lesede- tektive", die das Lesen für Kinder ab der dritten Klasse fördert - mit kleinen Rätselaufgaben und einem Lesezeichen als Detektivwerkzeug. Auch der Cornelsen-Verlag bietet Lehrmaterialien für die dritte und vierte Klasse an: Dazu gehört der ¸¸Diktat-Trainer plus" oder ¸¸Kooky"s Early English Course". Damit lernen ABC-Schützen die ersten Englischsätze spielend leicht. Für Haupt- und Realschüler hat Cornelsen den ¸¸Englisch-Coach 21", das ¸¸Deutschbuch interaktiv" oder die ¸¸Lernvitamine" parat.

Schnellen Lernerfolg und jede Menge Spaß, so versprechen es die Hersteller. Doch oft machen kleine Dinge den Unterschied zwischen guten und schlechten Lernprogrammen aus: Wichtig etwa sind eine verständliche Einführung, oder ein Lob während der Lernarbeit. Auch zu zweit oder dritt spielen - also lernen - macht mehr Spaß. Und nicht immer hilft die Kennzeichnung der Alters- und Klassenstufe weiter: ¸¸Mit Altersangaben, wie etwa ,geeignet von fünf bis acht Jahren", sollte man vorsichtig sein, besser sind genaue Klassenan- gaben. Allerdings unterscheidet sich der Stoff von Bundesland zu Bundesland", sagt Thomas Feibel.

Der Pressesprecher des Cornelsen-Verlages Nico Enger rät deshalb, den Lehrplan der Schule im Auge zu behalten: ¸¸Eltern sollten beim Kauf einer Lernsoftware darauf achten, dass die Programme zum Schulbesuch hin ausgerichtet sind." Ein Gespräch mit Fachverkäufern im Buchhandel kann ebenso wenig schaden wie das Lesen von Software-Rezensionen im Internet. Am besten leiht man sich das Programm zunächst in einer Bibliothek und probiert es gezielt aus.

Margrit Lingner testet für die Computerzeitschrift ¸¸PC-go" Lernspiele für Kinder und Jugendliche: ¸¸Eine gute Software zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie motivierende Übungen und verschiedene Schwierigkeitsstufen bereithält." Eltern sollen auf Gütesiegel achten und sich infor- mieren, ob das Programm lehrgangsbegleitend ist. ¸¸Für ein gutes Programm sollte man schon bereit sein, 20 Euro auszugeben", sagt Lingner.

Bei der Wahl der richtigen Software helfen Gütesiegel und Auszeichnungen. Der Kindersoft- warepreis Tommi widmet sich jedes Jahr der Bewertung und Anerkennung von innovativen und herausragenden Kindersoftware-Titeln. Dazu zählen nicht nur Computerspiele, sondern auch Lernpro- gramme. Eine Fachjury aus Journalisten und Medienpädagogen nominieren zehn Kandidaten für den Preis. Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 13 Jahren dürfen dann über die drei Gewinner entscheiden. Dieses Jahr unter den Nominierten sind ¸¸Garten, Zwerge & Co." und ¸¸Die märchenhaften Abenteuer des Hans Christian Andersen". Neben Tommi stehen auch Gütesiegel und Qualitätsauszeichnungen wie die ¸¸Giga-Maus" und ¸¸Digita" für eine anwenderfreundliche und empfehlenswerte Kinder- und Familiensoftware.

Der Softwarepreis Giga-Maus wird heute auf der Frankfurter Buchmesse verliehen; am 13. Oktober werden dort auch die TommiGewinner bekannt gegeben.

DEMANDOWSKY

Artikel aus der Stuttgarter Zeitung - Stadtausgabe, Mittwoch,10. Oktober 2007 Seite 10
Ausgabe: Nr.234

 

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