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Kinderüberwachung mit Handys
26.09.2007
 
Internet - Computer

Handys zur Kinderüberwachung Ortungsfähig
Von Jan Friese

¸¸Ich hätte gerne ein Pfund Kaffee. Ja, von den jamaikanischen Bohnen, wie immer. Ach, und geben sie mir doch bitte noch eins von diesen Kinder-Überwachungsgeräten."

So oder so ähnlich laufen derzeit viele der Gespräche bei Tchibo ab, denn der Bohnenröster verkauft seit kurzem ein Kinder-Handy mit eingebautem GPS-Sender. Endlich. Endlich dürfen auch wir Eltern uns einmal wie der allmächtige, amerikanische Geheimdienst NSA fühlen. Dank der globalen Satelliten-Technik können auch wir ab jetzt ein Argus-Auge aus dem All auf unsere kleinen Zöglinge werfen, überall und jederzeit.

Und damit wir nicht ständig auf den Computermo- nitor glotzen müssen, nur um zu wissen, wo sich das Balg herumtreibt, gibt es so schöne Programme wie Geo-Fencing gleich dazu. Spielend leicht kann man damit den Kindern ihre Grenzen aufzeigen: mit GPS-Bewegungskorridoren. ¸¸Zuhause-Schule und Schule-Zuhause." Abweichungen vom Bewegungs- plan werden umgehend durch den digitalen Wächter dem heimischen PC gemeldet. Da gibt es kein Herumtrödeln und auch kein Herumspielen mit diesem grässlichen Nachbarskind mehr.

Der alles sehende große Bruder war gestern, heute wissen Big Daddy und Big Mommy über alles Bescheid. In Amerika haben sich solche Systeme auch schon seit langem bewährt - im Strafvollzug als elektronische Fußfessel. Einziges Problem: mein kleiner Bengel verliert immer alles. Vielleicht sollte ich ihm den GPS-Chip doch gleich lieber unter die Haut spritzen. Bei Rindern ist das ja auch schon üblich.

FRIESE
Artikel aus der Stuttgarter Zeitung - Stadtausgabe, Mittwoch, 26. September 2007 Seite 10
Ausgabe: Nr.223




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