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Schulen verlangen Einsatz von Kameras
09.07.2007
 
Südwestdeutsche Ztg.

Schulen verlangen den Einsatz von Kameras
Serie von Sachbeschädigungen auf Pausenhöfen in Heidenheim beschäftigt die Stadtverwaltung

HEIDENHEIM. Eine seit Mai andauernde Serie nächtlicher Sachbeschädigungen beunruhigt Schulleiter in der Stadt Heidenheim. Zwei von ihnen haben die Stadt aufgefordert, Schulhöfe per Video zu überwachen. Die Verwaltung prüft die Kosten.

Von Rüdiger Bäßler

Es begann in der Mainacht, erzählt Carola Rochau, die Leiterin des Hellensteingymnasiums in Heidenheim. Unbekannte hätten auf dem unver- schlossenen Schulgelände ¸¸üble Maischerze" veranstaltet. Erst wurde eine neue Tischtennisplatte zerstört. Später gingen Außenlampen zu Bruch, Mopedreifen beschädigten den Weichboden der Außensportanlage. ¸¸Das sind Gruppen, die abends hierher kommen", sagt Carola Rochau. Die Schule könne der Zerstörungen nicht Herr werden. ¸¸Selbst wenn spätabends ein Hausmeister da wäre - was könnte der wirklich tun?" fragt die Schulleiterin. Die Beschädigungen an Schulen beliefen sich bisher auf mehrere tausend Euro. Sie hat, zusammen mit dem Leiter einer städtischen Grund- und Hauptschule, die Stadtverwaltung um Hilfe gebeten. Die Stadt, so der Vorschlag, könnte die Pausenhöfe nachts per Video überwachen. Das soll Täter abschrecken und bei der Tataufklärung helfen. ¸¸Wir überlegen, wie man es realisieren kann", sagt Wolfgang Heinecker, der Sprecher der Stadt.

Möglich sei die Installation von Videokameras allerdings nur dort, wo die Stadt das alleinige Hausrecht habe, also auf klar umgrenzten Pausenhöfen. Der Heidenheimer Ordnungsbürger- meister Rainer Domberg prüfe die Kosten einer solchen Überwachung. Allerdings fürchtet die Verwaltung, dass Kameras Kriminelle nicht dauerhaft verscheuchen, sondern lediglich in den Bereich unbeobachteter Schulen abdrängen könnten. Schon jetzt werde ¸¸auch anderswo gesprüht und gekratzt", sagt der Stadtsprecher.

Die Polizei Heidenheim hat keine Neigung, die Videoüberwachung an Schulen in die eigene Hand zu nehmen. Nach Lage der Dinge wäre sie dazu wohl auch nicht befugt, denn nach geltendem Recht müssen öffentliche Straßen und Plätze, auf denen Kameras montiert werden, Kriminalitätsschwer- punkte sein. Zahl und Häufigkeit von Vergehen müssen sich über einen längeren Zeitraum in der Kriminalstatistik niederschlagen. ¸¸Es ist ja den Schulen unbenommen, eine Kamera aufzuhängen", heißt es seitens der Heidenheimer Polizeidirektion lapidar. Man fahre derzeit öfter bei den Schulen Streife - in der Hoffnung, den oder die Täter auf diese Weise zu stellen oder abzuhalten.

Für das Heidenheimer Rathaus ist die Lage unbe- friedigend. Eine Möglichkeit wäre, städtische Pausenhöfe nachts zu schließen, doch: ¸¸Wir haben in der Vergangenheit praktisch alle Pausenhöfe so aufgewertet, dass das öffentlich zugängliche Freizeit- und Erlebnisräume für Jugendliche sind", sagt Stadtsprecher Heinecker. Sollte sich die Idee einer Videoüberwachung nicht finanzieren lassen, will die Verwaltung mit der Polizei über alternative Möglichkeiten der Gewaltprävention und Täterver- folgung sprechen. Schließlich, heißt es aus dem Rathaus, könne es nicht alleinige Aufgabe der Stadt sein, Kriminelle auf städtischem Gelände zu verfolgen.

BÄSSLER

Artikel aus der Stuttgarter Zeitung - Stadtausgabe, Montag,09. Juli 2007 Seite 8
Ausgabe: Nr.155


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