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Studie - Alkohol - Jugendliche in Gefahr
26.03.2007
 
Studie
Viele Jugendliche sind in Gefahr, sich dumm zu trinken Erschreckend, was bei einer Befragung von 550 Schülern zum Thema Alkohol heraus kam. Was die 15- bis 16-Jährige so verzehren, wirkt hochgra- dig gehirnschädigend. Besonders schlimm sei das „Flatrate-Trinken" in den Discos.
Fast ein Viertel der 15- und 16- Jährigen in Braunschweig betrinkt sich mindestens einmal pro Woche. Besonders anfällig seien Jugendliche, die mit ihren schulischen Leistungen nicht zufrieden sind, sagte Sozialdezernent Ulrich Markuth am Montag bei der Vorstellung einer Studie des Braunschweiger Gesundheitsamts.
Bei der Befragung von rund 550 Schülern gaben 53 Prozent der Jungen und 46 Prozent der Mädchen an, wöchentlich mindestens einmal Alkohol zu trinken. 23,8 Prozent konsumieren an mindestens einem Tag der Woche fünf oder mehr Gläser alkoholischer Getränke. „Diese Menge gilt medizinisch als sehr gefährlich, weil sie hirnorganische Veränderungen hervorrufen kann“, sagte Markurth. Überrascht habe die Initiatoren der Studie der hohe Anteil der Befragten, die neben Alkohol auch regelmäßig Cannabis konsumierten.
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Zur Eindämmung des Alkoholmissbrauchs unter Jugendlichen hat sich der hannoversche Suchtthera- peut Frank Fischer für deutlich höhere Getränke- Preise ausgesprochen. „Wenn Alkohol teurer wäre, würde sich der Jugendliche eher zweimal überlegen, eine weitere Flasche Wodka zu kaufen“, sagte der Mediziner des Kinderkrankenhauses auf der Bult in Hannover in einem dpa-Gespräch. Zudem müsste in Geschäften mehr darauf geachtet werden, wie alt die Käufer seien. „Bisher wird meiner Ansicht nach nicht genug kontrolliert.“
Ein generelles Alkoholverbot für Jugendliche wird diskutiert. Ein Alkoholverbot für Minderjährige, das derzeit diskutiert wird, hält Fischer ebenfalls für sinnvoll. Er befürchte jedoch, dass ein Verbot das Problem exzessiven Trinkens nicht lösen werde. „Wer wirklich Alkohol will, wird auch bei einem Verbot Wege finden, es zu bekommen“, sagte Suchttherapeut. Jedoch werde es für Kinder und Jugendliche insgesamt schwerer, an Alkohol zu kommen. Fischer kritisierte zudem die Angebote zum so genannten Flatrate-Trinken in Discos, bei denen die sich Gäste zu oft geringen Preisen die ganze Nacht mit Hochprozentigem versorgen können.
Insgesamt werde mit dem Rauschmittel Alkohol in Deutschland zu leichtfertig umgegangen. „In einer Gesellschaft wie unserer, in der Alkohol wie selbst- verständlich dazu gehört, verteilt sich die Last auf viele Schultern“, meinte der Mediziner. Durch falsche Vorbilder kämen Jugendliche auf die falsche Bahn. Besonders gefährdet seien Jugendliche mit sozialen Problemen, die durch Alkohol einen Weg fänden, aus sich raus zu kommen. Das Braun- schweiger Gesundheitsamt will jetzt gemeinsam mit Schülern Strategien gegen das Trinken erarbeiten. Schon in dieser Woche sind die ersten Besuche in Schulen geplant.

20.03.2007 dpa/lk


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