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Neue Form der Familienberichterstattung in Baden-Württember
17.04.2008
 
Erste Ausgabe zum Thema »Kinderreiche Familien« erschienen – Anteil kinderreicher Familien an den Familien insgesamt ist stark zurückgegangen
Die Familienberichterstattung in Baden-Württemberg erhält ein neues Gesicht. Durch den Kurzreport »Familien in Baden-Württemberg« werden ab sofort regelmäßig aktuelle Informationen zu einem Thema rund um die Familie bereitgestellt. »Vorausschauendes Handeln und eine nachhaltige Familienpolitik setzen fundiertes Wissen über die Lage der Familien in unserem Land voraus. Ich freue mich, dass wir durch die ab sofort quartalsweise erscheinenden Kurzreporte regelmäßig über aktuelle Informationen verfügen«, sagte Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz heute (17. April 2008) in Stuttgart anläßlich der Bekanntgabe der Änderung der bisherigen Familienberichterstattung.

Die Kurzreporte ersetzen die bisher einmal pro Legislaturperiode erschienenen langen Berichte. Sie enthalten themenbezogen wissenschaftliche Analysen zur Lage von Familien in Baden-Württemberg, Deutschland und Europa. Allen, die sich umfassender informieren wollen, wird darüber hinaus ein gleichzeitig erscheinender Report zur Verfügung gestellt, der weiterführende Informationen und Analysen zum selben Thema beinhaltet. Beide Angebote erscheinen in elektronischer Form, und können auf der Homepage des Ministeriums für Arbeit und Soziales oder der FamilienForschung Baden-Württemberg herunter geladen werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Kurzreport und den Report über die Homepage der FamilienForschung Baden-Württemberg zu abonnieren.

Die ersten Ausgaben von Kurzreport und Report befassen sich mit dem Thema kinderreiche Familien

Dr. Carmina Brenner, Präsidentin des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg, weist darauf hin, dass der Geburtenrückgang in Deutschland neueren Forschungsergebnissen zufolge weniger durch die zunehmende Kinderlosigkeit als durch den Rückgang von Familien mit drei oder mehr Kindern bedingt ist: »Heute entscheiden sich deutlich weniger Frauen für drei oder mehr Kinder als früher. Daher ist es wichtig, die Lebenssituation kinderreicher Familien gezielt in den Blick zu nehmen.«

In Baden-Württemberg ist der Anteil kinderreicher Familien in den letzten 30 Jahren um nahezu 40 Prozent zurückgegangen und liegt heute bei 15 Prozent. Damit hat Baden-Württemberg neben Niedersachsen aber immer noch den höchsten Anteil an kinderreichen Familien im Bundesgebiet. Die Lebenslagen kinderreicher Familien unterscheiden sich, wie folgende Beispiele zeigen, zum Teil deutlich von denen kleinerer Familien.

Kinderreiche Familien mit höherem Risiko in eine finanziell schwierige Lage zu geraten

Kinderreichtum und Einkommensarmut hängen in Deutschland eng zusammen. Mit steigender Kinderzahl steht den Familien pro Familienmitglied immer weniger Einkommen zur Verfügung. Ehepaare mit drei oder mehr Kindern müssen in Baden-Württemberg mit durchschnittlich 357 Euro pro Kopf und Monat weniger auskommen als Ehepaare mit nur einem Kind. Vor allem Alleinerziehende mit drei oder mehr Kindern befinden sich häufig in finanziell prekären Lagen. Bundesweit leben 21 Prozent der Alleinerziehenden mit drei oder mehr Kindern von der Hälfte des durchschnittlichen Einkommens, in Baden-Württemberg liegt der Wert ähnlich hoch.

Bildungsarmut besonders häufig bei Familien mit vier oder mehr Kindern

Eltern mit drei Kindern haben ein ähnlich hohes Bildungsniveau wie Eltern mit einem oder zwei Kindern, nur ein geringer Anteil von ihnen verfügt über keinen Bildungsabschluss. In Familien mit vier und mehr Kindern hingegen sind die Eltern im Durchschnitt überdurchschnittlich häufig von Bildungsarmut betroffen: 15 Prozent der zusammenlebenden Mütter und Väter mit vier und mehr Kindern verfügen in Baden-Württemberg über keine abgeschlossene Schulausbildung, in Familien mit einem oder zwei Kindern sind es im Gegensatz dazu nur 3-4 Prozent, in Familien mit drei Kindern 6 Prozent.

Vereinbarkeit Familie und Beruf auch für kinderreiche Mütter wichtiges Thema

Kinderreiche Frauen sind seltener und in geringerem Umfang erwerbstätig als Mütter mit ein oder zwei Kindern. Dennoch ist auch unter den Müttern mit drei oder mehr Kindern in Baden-Württemberg mehr als die Hälfte erwerbstätig (57 Prozent ). Der Umfang der Erwerbstätigkeit hängt allerdings stark vom dem Alter des jüngsten Kindes ab. 46 Prozent der kinderreichen Mütter arbeiten in Teilzeit, gut jede zehnte in einer Partnerschaft lebende Mutter mit drei oder mehr Kindern geht einer Vollzeiterwerbstätigkeit nach.

Herausgegeben vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg



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