NEWS

Gegen Gewalt an Heilbronner Schulen
22.04.2008
 
Südwestdeutsche Ztg.

Gegen Gewalt in Heilbronner Schulen
Neues Präventionsprogramm

HEILBRONN (rfr). Gewaltprävention soll an Heilbronner Schulen nicht nur zu einer ständigen Einrichtung werden, sondern auch alle Schüler erfassen - das ist das erklärte Ziel im ¸¸Heilbronner Bündnis gegen Gewalt".

Schon in den vergangenen Monaten hatte die Bürgerstiftung nahezu 200 000 Euro in die Prävention gesteckt und die Programme ¸¸Faustlos" und ¸¸Echt stark" durchgezogen. Dank der weiteren Finanzierung durch die Bürgerstiftung startet jetzt die Aktion ¸¸Erwachsen werden" und damit ein sozusagen flächendeckendes Programm. Begonnen wird mit dem Ausbau zunächst in allen 55 fünften Klassen im Stadtgebiet Heilbronn, am Ende soll vom Kindergartenalter bis zu Sekundarstufe Gewaltprä- vention angeboten werden. In der Startphase waren 61 Kindertageseinrichtungen und 22 Grund- und Förderschulen auf der Agenda. Allein in diesem Jahr finanziert die Bürgerstiftung die Fortbildung der Lehrer mit 25 000 Euro. ¸¸Diese Aktion ist bundes- weit einmalig", versichert Otto Egerter, Vorstands- mitglied der Bürgerstiftung.

Inzwischen haben von allen Schularten mehr als 500 Lehrkräfte an Seminaren teilgenommen, um sich für diesen Sonderunterricht gegen Gewalt vorzubereiten und mit den dafür zur Verfügung gestellten Lernmitteln vertraut zu machen. Allein mit den jetzt für den Modellversuch vorgezogenen Fünftklässler erreicht man nahezu 1600 Schüler.

Das bereits mehrfach angepasste Programm ¸¸Erwachsen werden" fördert unter anderem die Entwicklung von Selbstvertrauen und Selbstwert- gefühl, die Bereitschaft sich zu engagieren und somit auch die Fähigkeit, verantwortlich zu entscheiden und zu handeln. Dabei unterstützt die Bürgerstiftung auch erlebnispädagogische Elemente, Streitschlichterprojekte und weitere flankierende Konzepte. ¸¸Soziale Kompetenz gehört zu den Schlüsselqualifikationen, die wir jungen Menschen mit auf den Lebensweg geben sollten", sagte Oberstudiendirektor Hans-Ulrich Dollmann bei der Unterzeichnung eines förmlichen Vertrages zwischen 38 Schulen und der Bürgerstiftung. Sein Kollege, der Geschäftsführende Schulleiter der beruflichen Schulen im Stadtkreis Heilbronn, Bruno Troßbach, räumte ein: ¸¸Im Grunde sind wir Lehrer für solche Aufgaben bisher überhaupt nicht ausgebildet und vorbereitet." Nun hofft man auf weitere Spenden.

Artikel aus der Stuttgarter Zeitung-Stadtausgabe, Dienstag, 22.April 2008, S. 7, Ausgabe-Nr. 94

FRITZR
© 2006 Stuttgarter Zeitung



« ZURÜCK
 


08.01.2015 »
Kita-Qualität
Pressemitteilung 08.01.2015  -  Ministerium für Kultus, Jugend und SportSüdwesten an ...

» MEHR
05.12.2014 »
Schule braucht Gemeinschaft
Artikel aus der Stuttgarter Zeitung, Stadtausgabe (Nr. 281), vom Freitag, 05. Dezember ...

» MEHR