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Kampagne "Stay Gold" gegen exzessiven Alkoholkonsum und Gewalt
19.02.2009
 
Kampagne „Stay Gold“ gegen exzessiven Alkoholkonsum und Gewalt

18.02.2009 Landespolizeipräsident Erwin Hetger, Sabine Bätzing MdB, Drogenbeauftragte der Bundesregierung sowie Schirmherrin von „Don’t drink too much - Stay Gold“ und Vedad Ibisevic, Fußballprofi von 1899 Hoffenheim, stellten am Mittwoch, 18. Februar 2009, in der Rhein-Neckar-Arena die bundesweite Kampagne der Polizeilichen Kriminalprävention gegen exzessiven Alkoholkonsum und Gewalt vor.

Faschingszeit ideal zur stärkeren Sensibilisierung

„Die Kampagne ist bundesweit gut angelaufen und wird für die Polizei ein Schwerpunkt gegen Gewalt und Alkoholmissbrauch bei der Kommunalen Kriminalprävention in Baden-Württemberg sein“, betonte Landespolizeipräsident Erwin Hetger. Vor allem junge Menschen würden - ohne erhobenen Zeigefinger - mit einprägsamen Motiven angeregt, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Wer zu Alkoholexzessen neige, solle zum Umdenken bewegt werden. Gerade die Hochphase der Faschingszeit sei der richtige Zeitpunkt, um junge Menschen für die Problematik verstärkt zu sensibilisieren. Hierfür sei mit Vedad Ibisevic ein prominenter Unterstützer gewonnen worden. „Ibisevic ist aktueller Torschützenkönig der 1. Bundesliga und Idol vieler Fußballfans. Er punktet mit seiner Botschaft gegen Gewalt und Alkoholmissbrauch im aktuellen Videospot und bringt der Initiative neuen Schub“, sagte Hetger.

Notbremse ziehen angesichts Komasaufen

Mit Alkoholexzessen bis hin zum Komasaufen sei die Polizei täglich konfrontiert, aber besonders in der heißen Phase des Faschings. Auf Provokationen und Pöbeleien folge nicht selten Gewalt. Alkohol sei der Gewaltkatalysator Nummer eins, vor allem auch bei jungen Menschen. Fast jeder dritte Tatverdächtige unter 21 Jahren stehe bei der Begehung eines Gewaltdeliktes unter Alkoholeinfluss. Die einschreitenden Polizisten würden häufig mit erschreckender Gewaltbereitschaft konfrontiert und dabei zunehmend selbst zum Opfer. Hierbei spielten sich zum Teil tumultartige Szenen ab, an denen nicht selten alkoholisierte Jugendgruppen beteiligt seien. 427 Beamte seien allein 2008 bei Widerstandshandlungen zum Teil schwer verletzt worden. Bei solchen Konflikten stünden 70 Prozent der jungen Täter unter Alkoholeinfluss. Dies mache deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf bestehe. Die Polizei alleine könne diese Probleme nicht lösen. Erwachsene müssten sich mehr den je ihrer Vorbildfunktion bewußt werden und Eltern eine stärkere Sensibilität für den Alkoholkonsum ihrer Kinder entwickeln. Der gedanken- und maßlose Konsum hätte bereits Ausmaße angenommen wie in der Vergangenheit bei illegalen Drogen. Hier müsse endlich die Notbremse gezogen werden. „Gerade die Faschingszeit steht für ausgelassenes närrisches Treiben und fröhliche Geselligkeit. Wer übertreibt, massiv dem Alkohol zuspricht und gewalttätig wird, muss damit rechnen, dass die Polizei konsequent eingreift“, sagte Landespolizeipräsident Hetger.

Unterstützung von Seiten der Bundesregierung

„Die Präventionskampagne der Polizei kommt zum richtigen Zeitpunkt. Der Trend zum exzessiven Trinken bei Jugendlichen ist weiterhin ungebrochen. Jeder fünfte Jugendliche betrinkt sich mindestens einmal im Monat mit mindestens fünf oder mehr Gläsern Alkohol. Häufig folgen diesem Rauschtrinken Gewalttaten. Daher habe ich mich sofort bereit erklärt, die Kampagne der Polizei gegen das Rauschtrinken durch meine Schirmherrschaft zu unterstützen“, betonte Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Zudem stelle Alkohol auch eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung für Heranwachsende dar. Im Jahr 2007 seien in Baden-Württemberg 3.631 Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren aufgrund massiven Alkoholmissbrauchs (akute Alkoholintoxikation) stationär im Krankenhaus behandelt worden. Seit dem Jahr 2001 habe sich die Anzahl damit mehr als verdoppelt. Auch bundesweit sei die Entwicklung dramatisch: Im Jahr 2007 seien 23.165 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt worden. Dies entspräche einer Steigerung um 143 Prozent vom Jahr 2000 bis 2007. Ein besorgniserregender Trend, der präventive Maßnahmen, wie die Kampagne der Polizei notwendig mache.

Prominente werben für die Kampagne

Prominente wie Lena Schöneborn, Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf, würden für die Kampagne werben. Bei der Pressekonferenz sei ein neuer Aktionsspot mit Vedad Ibisevic vorgestellt worden. Dass sich Ibisevic, ein bekannter Profifußballer, für die Präventionskampagne engagiere, sei vorbildlich. „Ich bin ihm und 1899 Hoffenheim sehr dankbar, zumal Gewalt die Polizei auch rund um den Fußball zunehmend beschäftigt“, sagte Landespolizeipräsident Hetger. Wochenende für Wochenende müssten zwischen 400 und 900 Polizisten in Baden-Württemberg eingesetzt werden, um den Spielbetrieb in den Profiligen geordnet ablaufen zu lassen. Deshalb sei es ein wichtiges Signal, wenn sich der Profifußball klar und eindeutig gegen Alkoholmissbrauch und Gewalt positioniere.

Appell an Gewerbetreibende und Festveranstalter

Einen wichtigen Beitrag könnten auch Gewerbetreibende und Festveranstalter leisten. „Ich möchte heute explizit die Veranstalter von Faschingsveranstaltungen, Gastwirte und den Einzelhandel ansprechen, die Kampagne aktiv zu unterstützen. Sie können durch die konsequente Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen - besonders von Altersbeschränkungen und in der Gastronomie keinen Alkohol an erkennbar Betrunkene abzugeben - einen wichtigen Beitrag in Richtung einer anderen „Festkultur“ leisten“, appellierte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung an die Verantwortung dieses Personenkreises. Die Polizei habe speziell für sie ein Merkblatt herausgegeben, um über aktuelle Regelungen zur Abgabe von Alkohol, entsprechende Sanktionen und negative Konsequenzen zu informieren. Das Merkblatt, einen interaktiven Alkohol-Abgabe-Trainer sowie spezielle Informationen für Eltern seien auf den Internet-Seiten der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes bereitgestellt.

Verstärkte polizeiliche Kontrollen während der Faschingszeit

Hetger kündigte in diesem Zusammenhang an, dass die Polizei in der Faschingszeit verstärkt Jugendschutz- und Alkoholkontrollen im Straßenverkehr durchführen werde. „Für Autofahrer gilt unverändert: Wer fährt trinkt nicht, und wer trinkt fährt nicht“, sagte der Landespolizeipräsident. Wer das nicht kapiere, müsse seit dem 1. Februar 2009 doppelt so hohe Bußgelder zahlen. Mehr als 0,5 Promille am Steuer bedeute ein Bußgeld von 500 Euro, vier Punkte und einen Monat Fahrverbot. Wiederholungstätern drohten bis zu 1.500 Euro und drei Monate Fahrverbot.

Weitere Informationen:

Mit einprägsamen Motiven sollen jungen Menschen die Schattenseiten des exzessiven Alkoholkonsums vor Augen geführt werden. In Anzeigen, auf Plakaten und Kampagnen-Bierdeckeln, mit Aktionsspots auf der Homepage sowie Unterstützung prominenter Sportler warnen Polizei und ihre Partner vor den Folgen des Komasaufens. Bewusst wurde für die Kam-pagne das Motto „Don’t drink too much - Stay Gold“ gewählt, um Akzeptanz und Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe der 17- bis 19-Jährigen zu erreichen. Die Botschaft lautet sinngemäß: „Trink nicht zu viel - Bleib Dir selbst treu.“

Informationen zur Kampagne „Don’t drink too much – Stay Gold“ finden Sie im Internet auf der offiziellen Kampagnenseite sowie auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit, Drogen und Sucht. Spezielle Bilder für die Medien sowie Anzeigenvorlagen finden Sie auf der offiziellen Kampagnenseite unter Presse.

Bereits 2006 startete die landesweite Kampagne „BLEIB KLAR!“ - Gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch, die durch den Fußballprofi Sebastian Freis vom Karlsruher Sport-Club unterstützt wird.

Quelle: Innenministerium




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