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Kinder im Land sollen früher wählen dürfen
08.06.2011
 
Kinder im Land sollen früher wählen dürfen

Messe Rund um die Belange der jungen Generation dreht sich der Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag, der bis Donnerstag in Stuttgart veranstaltet wird. Bei der Eröffnung hat die Sozialministerin Katrin Altpeter ein verstärktes Engagement der neuen Regierung angekündigt.

Als Europas größten Jugendhilfegipfel bezeichnen die Veranstalter den Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT), der gestern im Congresscenter der Messe Stuttgart eröffnet worden ist. Zum 14. Mal veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) bereits die Fachmesse, an die ein breites Kongressprogramm geknüpft ist. Erzieherinnen, Sozialarbeiter, Streetworker und Pädagogen finden dort Informationen, ebenso richtet sich das Programm aber auch an Eltern, Kinder und Jugendliche. Die Rechte der jungen Generation zu stärken und die Kinder- und Jugendpolitik mitzugestalten, ist das Ziel des DJHT. „Wir wollen uns verstärkt dafür einsetzen, dass junge Menschen mehr Berücksichtigung finden”, sagte der AGJ-Vorsitzende Norbert Struck bei der Eröffnung.

Ziel des DJHT ist es daher, den Dialog zwischen Institutionen, Politik und Wissenschaft zu fördern. Bei Workshops und Vorträge zu Themen wie Jugendmedienschutz oder Bildungsmodelle können die Besucher diskutieren und Erfahrungen austauschen. Mehr als 200 Veranstaltungen werden angeboten. Anlaufstellen sind außerdem 300 Aussteller, die aus ganz Deutschland und der Schweiz angereist sind. Jugendliche finden dort Informationen zum Freiwilligen Sozialen Jahr, zum Thema Berufseinstieg oder zu Austauschprogrammen. Etliche Verbände und Jugendämter präsentieren Projekte und stellen sich vor. Vertreten sind auch die Stadt und das baden-württembergische Ministerium für Arbeit und Sozialordnung.

„Die Belange von Kindern und Jugendlichen sind eines der zentralen Felder der neuen Landesregierung”, erklärte Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) bei der DJHT-Eröffnung. Geplant seien die Stärkung und der Ausbau von Ganztagsschulen. Ein erster Schritt sei außerdem, die finanzielle Planungssicherheit für Kinder- und Jugendarbeit voranzutreiben. Mit Hilfe eines Zukunftsplans Jugend sollen Ziele und Rahmenbedingungen im Landesjugendplan verankert werden. Als Bürgerregierung wolle man zudem mit der jungen Generation in den Dialog treten. Ein deutliches Zeichen, die Jugend ernst zu nehmen, soll eine Änderung der Landesverfassung sein. „Wir wollen die Kinderrechte rechtlich verankern.” Eine wesentliche Neuerung soll außerdem das Wahlrecht betreffen. „Das Wahlalter bei Kommunalwahlen wird auf 16 abgesenkt werden”, kündigte Altpeter an. Zudem solle ein Kinderschutzgesetz verabschiedet und die Arbeit von Familienhebammen ausgebaut werden.

Zufrieden mit der Situation für Jugendliche und Kinder in Stuttgart zeigte sich OB Wolfgang Schuster, der Katrin Altpeter bei dieser Gelegenheit im Amt willkommen hieß. Allein am Budget, das stetig gesteigert werde und in diesem Jahr 680 Millionen Euro betrage, zeige sich die positive Entwicklung, so Schuster. Konzepte wie das Bündnis zur Integration, Kinderfreundliches Stuttgart und das Projekt Bildungspartnerschaften zeigten Erfolg. Arbeiten müsse man an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Das ist eines der großen Themen.” Mit einem zusätzlichen Aktionsprogramm auf dem Messeplatz informiert die Stadt mit den Freien Trägern über Angebote für Kinder und Jugendliche.

Unter dem Motto „Kinder. Jugend. Zukunft: Perspektiven entwickeln - Potenziale fördern” ist die Messe bis einschließlich Donnerstag geöffnet. Besonderer Gast am Abschlusstag ist der Bundespräsident Christian Wulff, der in Stuttgart mit Jugendlichen ins Gespräch kommen will. StZ
GRUESSINGER
© 2011 Stuttgarter Zeitung
Artikel aus der Stuttgarter Zeitung
Stadtausgabe (Nr. 131)
vom Mittwoch, den 08. Juni 2011, Seite Nr. 14



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