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G9-Versuch vor Ausweitung?
27.01.2012
 
Versuch Der Städtetag will die längere Schulzeit an mehr Gymnasien. Von Renate Allgöwer

Der Städtetag ist zuversichtlich, dass die engen Beschränkungen für die Wiedereinführung von neunjährigen Gymnasien gelockert werden. Gestern haben sich Vertreter der Städte mit dem Kultusministerium getroffen und ihre Bedenken vorgebracht. Norbert Brugger, der Bildungsreferent des kommunalen Spitzenverbands, sagte auf Nachfrage der Stuttgarter Zeitung, „die Ministerin hat unsere Anliegen aufgegriffen und uns eine wohlwollende Antwort zugesagt”. Schnell muss die Antwort außerdem kommen, denn die Städte, die im Herbst an ihren Gymnasien neunjährige Züge einrichten wollen, müssen bis zum 1. März ihre Anträge stellen.

Die Städte bemängeln insbesondere, dass aus jeder Kommune nur ein Gymnasium an dem Schulversuch teilnehmen darf. Es ist vorgesehen, dass im kommenden Schuljahr 22 Schulen aufgenommen werden, im Schuljahr 2013/14 sollen 22 weitere dazukommen. Außerdem müssen die Gymnasien nach den Vorstellungen des Kultusministeriums mindestens vier Züge pro Jahrgang anbieten. Zwei sollen in acht Jahren zum Abitur führen und zwei in neun.

Der Städtetag verlangt, dass auch dreizügige Gymnasien teilnehmen können. Besonders in großen Städten mit vielen Schulen ist Vierzügigkeit eher die Ausnahme. Auch Stuttgart droht bisher durch das enge Raster zu fallen, drei Gymnasien haben Interesse bekundet, keines ist vierzügig. Der Städtetag erwartet nun, dass das Ministerium mehrere Anträge aus einer Kommune entgegennimmt und die pädagogische Endauswahl trifft. Das wollen die Städte nicht selbst übernehmen. Möglicherweise müsse dann die Anzahl der Schulen ausgeweitet werden, verlangt der Städtetag.

Ein Sprecher von Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) äußerte sich auf Nachfrage zurückhaltend. Über Lösungsmöglichkeiten werde beraten. Dass an der Teilnehmerzahl gerüttelt werde, klingt von seiner Seite unwahrscheinlich. Die Anzahl der Schulen sei festgeschrieben, sagte er und verwies auf einen Beschluss der grün-roten Regierungskoalition. Die Grünen, die von dem Versuch wenig halten, hatten darauf gedrängt, den Umfang kleinzuhalten.

ALLGÖWER
Artikel aus der Stuttgarter Zeitung
Stadtausgabe (Nr. 22)
vom Freitag, den 27. Januar 2012,
Seite Nr. 5



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