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Jedes vierte Kind in Europa ist arm
11.03.2013
 
Eurostat Eine Studie der EU-Behörde belegt, dass Kinder wesentlich häufiger von Armut betroffen sind als Erwachsene.

Die Zahlen sind alarmierend. Jedes vierte Kind in Europa ist arm oder akut von Armut bedroht. 'Kinder sind häufiger von Armut und Ausgrenzung betroffen als Erwachsene', warnte das EU-Statistikamt Eurostat in Luxemburg am Dienstag. Laut Behörde lebten im Jahr 2011 in den europäischen Ländern 27 Prozent aller Kinder an oder unter der Armutsgrenze. Besonders dramatisch ist die Situation in Bulgarien (52 Prozent), Rumänien (49 Prozent), Lettland (44 Prozent) und Ungarn (40 Prozent). Die niedrigsten Kinderarmutsquoten weisen Schweden, Dänemark und Finnland (je 16 Prozent) auf, gefolgt von Slowenien (17 Prozent). In Deutschland ist die Quote mit 19 Prozent ebenfalls vergleichsweise niedrig. Betrachtet man die Gesamtbevölkerung, liegt die Armutsziffer in der Europäischen Union bei 24,2 Prozent. Besondere Schwierigkeiten haben laut Eurostat Kinder, deren Eltern einen niedrigen Bildungsgrad haben oder Migranten sind.

Die Eurostat-Studie berücksichtigt drei verschiedene Definitionen von Armut in Europa. Als armutsgefährdet gelten beispielsweise Menschen, deren Haushalt weniger als 60 Prozent des nationalen mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Außerdem gibt es das Konzept der 'materiellen Entbehrung': Die Menschen können sich mindestens vier Grundbedürfnisse wie etwa Wohnung, Heizung, gehaltvolles Essen oder Telefon nicht erfüllen. Zudem wird erfasst, wer in einem Haushalt lebt, in dem die erwerbsfähigen Personen wenig oder gar nicht arbeiten.

Parlamentarier der Europäischen Union beklagten unterdessen, dass die europäischen Regierungen die Nahrungsmittelhilfe für die Bedürftigsten in Europa in Zukunft kürzen wollen. Bis jetzt ist der europäische Nahrungsmittelfonds mit 500 Millionen Euro jährlich ausgestattet. Laut dem Haushaltskompromiss der EU-Regierungen von Anfang Februar soll die EU künftig auch noch andere Güter als Nahrung finanzieren, die Gesamtsumme jedoch auf etwa 350 Millionen Euro jährlich sinken. Noch dazu soll das Geld aus dem Europäischen Sozialfonds kommen und nicht wie bisher aus dem Agrarfonds - was bedeutet, dass weniger Geld für andere soziale Projekte zur Verfügung steht. Der Christdemokrat Csaba Öry sagte, das Europäische Parlament werde sich bemühen, das Kompromisspapier noch zu verändern und die soziale Komponente des EU-Haushalts zu stärken. epd


 



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