Inobhutnahme von Kindern
und Jugendlichen nach §42 SGB VIII

 

Die Wohngruppe GEKo  nimmt in der Regel ein in einer Krisensituation befindliches Kind im Alter ab 6 Jahren für einen Zeitraum auf, der zur Überwindung der Krise und zur Abklärung der weiteren Perspektive erforderlich ist. Dabei dient das Vorhalten der vorhandenen Strukturen dem aufgenommenen Kind, den vorübergehenden Aufenthalt außerhalb der Herkunftsfamilie zu erleichtern. Die Zielgruppe sind Kinder und Jgdl. die durch das JA in Obhut genommen werden. Ziel der Inobhutnahme ist, eine sozialpädagogisch qualifizierte Unterbringung und Betreuung von Kindern in Krisensituationen zu gewährleisten. Die Ziele werden in drei Phasen eingeteilt:



1. Aufnahme
Die Inobhutnahmestelle bietet einen räumlichen Schutzraum für die Zeit der Inobhutnahme und wehrt eine Kindeswohlgefährdung ab. Die Unterbringung findet in der Nähe des Übernachtungszimmer der Fachkräfte statt. In der Aufnahmephase geht es dabei zunächst um die Erfüllung materieller Grundbedürfnisse wie Verpflegung, Unterkunft, Hygiene und Krankenhilfe.

 

2. Clearingphase
Nach der Aufnahme des Kindes und der Befriedigung seiner Grundbedürfnisse beginnt die diagnostische und analytische Aufarbeitung der konkreten Gefährdungs- und Krisensituation. Dabei werden Ursachen und Hintergründe der Krise beleuchtet und individuelle Ressourcen und Defizite ermittelt. Unter Beachtung der persönlichen Perspektive und Ziele des Kindes, wird der individuelle Hilfebedarf definiert und eine soziale Prognose mit Empfehlungen zu ggf. weiterführenden Hilfen erstellt. Während des Abklärungs- und Planungsprozesses erfährt das Kind in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten (einweisendes Jugendamt, Erziehungs- Sorgeberechtigte und sonstige Bezugspersonen) Unterstützung beim Erarbeiten einer Lebensabschnittsperspektive. Im Zeitraum der Krisenintervention werden nach Absprache mit dem Jugendamt die schulischen und sozialen Kontakte aufrecht erhalten, sofern hierdurch keine erneute Gefährdungssituation verursacht wird.

3. Ablösephase
Nach Klärung der weiteren Perspektive findet in der Ablösephase die Beendigung der Hilfe in der Inobhutnahmestelle, sowie die Vorbereitung auf die Rückkehr ins Elternhaus bzw. auf den Wechsel in eine andere Betreuungsform statt.

Aufnahme
Die Belegung erfolgt durch das fallzuständige Jugendamt bzw. durch den Bereitschaftsdienst es Jugendamtes und kann jederzeit erfolgen. Um dies abzusichern verfügt die Einrichtung über ein Diensthandy, dessen Rufnummer dem Jugendamt des Landkreises Heidenheim bekannt ist. Sofern die Inobhutnahmestelle belegt und somit keine Aufnahme möglich ist, wird hierüber das Jugendamt informiert.

Methodische Grundlagen
Neben der Sicherstellung der materiellen Versorgung ist es wichtig, das Kind in seiner Krisen-/Notsituation zu entlasten. Deshalb wird dem Kind in der Inobhutnahmestelle ein Rahmen der Sicherheit, der Ruhe, der Zeit zu Gesprächen und der emotionalen Zuwendung gewährt. Durch ein einfaches Reglement und klare, altersgerechte Tagesstrukturen wird das Kind dabei unterstützt, sich schnell orientieren zu können.In dem Gruppenrahmen werden dem Alter entsprechend förderliche Rituale ebenso bewusst eingesetzt, wie Formen der Tagesreflexion oder auch Einschlafhilfen. Die spezielle methodische Arbeit wird am Einzelfall orientiert und mit den Mitarbeitern des Jugendamtes abgestimmt.

Ende der Inobhutnahme
Die Inobhutnahme endet:
a) am Tag der Übergabe des Kindes an
    die Personensorge- oder Erziehungsberechtigten,
b) am Tag des Wechsels in eine andere
    Betreuungsform.

Personal
Die Inobhutnahmestelle wird durch die vorhandenen Fachkräfte innerhalb der Einrichtung geleistet. Zur Gewährleistung von freien Tagen, der Teilnahme an Weiterbildungen o.ä. wird eine zusätzliche pädagogische Fachkraft eingesetzt, die die Vertretung absichert.

 


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