Verselbstständigung



 

Für die älteren Jugendlichen, ab 16 Jahren, erarbeiten wir einen individuellen Plan, in dem wir festlegen, wie wir die Verselbstständigung der/des Jugendlichen fördern. In der Verselbstständigungsphase sollen die Jugendlichen mehr und mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen. Die Hilfen sollen in kleinen Schritten immer mehr in Hilfen zur Selbsthilfe übergehen.

Neben den Diensten wie Tischdecken oder Kehrdienst, Tierversorgung die auch schon die Jüngeren übernehmen, bekommen die Jugendlichen zusätzliche Aufgaben. Dazu gehören beispielsweise regelmäßiges Kochen, Einkaufen oder auch Wäsche waschen. Die Jugendlichen werden bei diesen zusätzlichen Diensten zunächst von einer/einem ErzieherIn angeleitet, nach und nach übernehmen sie diese Dienste völlig eigenständig. Auch motivieren wir die Jugendlichen dazu, Arztbesuche, Behördengänge, offizielle Telefonate und ähnliches alleine zu erledigen. Auch dabei gehen wir Schritt für Schritt vor: Zunächst werden die Jugendlichen noch begleitet und dann besprochen, wo Ihre Stärken und ihre Schwierigkeiten bei diesen Gängen liegen. Die schwierigen Punkte werden durchgesprochen, eventuell kann man Gespräche auch in einem Rollenspiel üben.

Nach alleinigen Telefonaten, Ämter- oder Arztbesuchen etc. reflektieren wir mit der/dem Jugendlichen gemeinsam, wie das Ganze abgelaufen ist, was besonders gut geklappt hat, wo (unerwartete) Probleme aufgetaucht sind und was man das nächste Mal noch besser machen könnte.

Wir trainieren den Umgang mit Geld z.B. in dem wir mit den Jugendlichen erarbeiten, wie sie sich selbst ihr Taschengeld sinnvoll einteilen können und sie dies dann auch tun. Neben all den lebenspraktischen Aufgaben, die die Jugendlichen nach und nach bewältigen müssen, gibt es in dieser Phase natürlich auch andere wichtige Fragestellungen. Wir helfen den Jugendlichen, eine Lebens- und Zukunftsperspektive zu entwickeln. Dazu gehört die schulische/berufliche Zukunft der jungen Menschen. Hier möchten wir gemeinsam mit den Jugendlichen und unter Einbeziehung der Schule/Ausbildungsstätte eine Zukunftsperspektive entwickeln, die die Wünsche der Jugendlichen weitmöglichst integriert, aber realistisch ist. Der zweite wichtige Punkt ist hier sicher die (Neu-)Gestaltung von Beziehungen. Wie verändern sich die Beziehungen zur Familie mit dem Älterwerden und wie stellen sich die Jugendlichen zukünftige Beziehungen vor? Diese Fragen thematisieren wir mit den Jugendlichen und haben immer ein offenes Ohr für die großen und kleinen Nöte des Erwachsenwerdens.

Regelmäßig geben wir den Jugendlichen ein Feedback über die bisherigen Schritte in die Selbstständigkeit und möchten auch von den Jugendlichen hören, wie sie sich dabei fühlen: wo möchten sie schon stärker gefordert werden und wo fühlen sie sich vielleicht überfordert. Auf Grundlage dieser Gespräche modifizieren wir die Schritte zur Verselbstständigung.

Für Jugendliche ab 16 Jahren, die schon sehr große Fortschritte in der Verselbständigungsphase gemacht haben bieten wir zusätzlich innerhalb der Wohngruppe einen gesonderten für sich fast abgeschlossenen Bereich an. In diesem Bereich befindet sich ein separater Wohnraum mit eigener Küche, Bad mit WC und eines separaten Eingangs.

Trotzdem befindet sich ein direkter Zugang zur Wohngruppe, sodass eine entsprechende Aufsichtspflicht sichergestellt wird und der Jugendliche jeder Zeit die Möglichkeit hat auf das Fachpersonal in der Gruppe im Bedarfsfall zugreifen zu können.



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